Von Zeitzeuge zu Zeitzeuge

Mit seiner Autobiographie wurde Sally Perel weltbekannt. Sie erzählt die unglaubliche Geschichte eines jüdischen Jungen, der es schaffte, während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft seine jüdische Identität zu verbergen und den Völkermord an etwa 6 Millionen Juden zu überstehen.
Mit 91 Lebensjahren ist er nun einer der letzten Zeitzeugen. Gerade darum hat er sich das Ziel gesetzt, seine Lebensgeschichte zu verbreiten.Er möchte an die schrecklichen Verbrechen von damals erinnern und somit vermeiden, dass wieder die gleichen Fehler gemacht werden.
Dazu besuchte er am 19.10.2016 auch die Berufsbildenden Schulen „Otto von Guericke“  Magdeburg.


In einer 90-minütigen Lesung erzählte er den Schülern von seinen prägendsten Erinnerungen und wichtigen Erfahrungen, die er in seinem Leben gemacht hat. Er sprach auch über neue Ängste wegen des plötzlichen Fremdenhasses,  der in Deutschland wieder aufkommt und dass man diesem keine Chance geben sollte. Seine sehr emotional erzählte Geschichte berührte die Zuhörer, aber auch seine Lehren fanden sehr große Zustimmung.
Am Ende der Vorlesung bat er die Schüler darum, seine Geschichte und ihn selbst in Erinnerung zu behalten. Nun sollen sie seine Moral in die Welt hinaustragen. Dadurch, dass sie ihm lauschen durften, hat er sie selbst zu Zeitzeugen gemacht, die an die Fehler der Deutschen erinnern und neue verhindern sollen.
Paul Barth
FG16e

Beitrag in der Magdeburger Volksstimme vom 20.10.2016